Studie zur Geschichte der Thüringer CDU in der SBZ/DDR präsentiert

Mohring: Arbeit vertieft Verständnis für Rolle der Blockpartei CDU

„Ein besseres Verständnis für die Rolle der Blockpartei CDU in der SBZ und DDR.“ Das ist nach Ansicht des Vorsitzenden der CDU Thüringen, Mike Mohring, der entscheidende Ertrag einer neuen Studie zur Geschichte der Thüringer Union. Verfasst hat sie der Historiker Dr. Bertram Triebel im Auftrag der Unabhängigen Historischen Kommission zur Geschichte der CDU in Thüringen und in den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl von 1945 bis 1990. Eingesetzt hatte die Kommission unter dem Vorsitz des Jenaer Historikers Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller der Landesvorstand der CDU Thüringen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. hat das Werk heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Für Mohring ist es Triebel gelungen, im ständigen Austausch mit der Unabhängigen Historischen Kommission „das Verständnis für die systemstabilisierende Rolle der CDU im Herrschaftssystem der SED ebenso zu vertiefen, wie für ihre bescheidenen Möglichkeiten, sich für lokale Belange einzusetzen“. Der Landesvorsitzende weiter: „Intensiv haben sich der Verfasser und die Kommission mit der CDU als einem Ort der Vergemeinschaftung und des Eigensinns befasst, nachdem die erzwungene Transformation zu einem Herrschaftsinstrument der SED abgeschlossen war. Daraus ergeben sich neue Einsichten in die Motivation für eine Mitgliedschaft.“

Funktion und Selbstverständnis der mindermächtigen Blockparteien und ihrer Mitglieder in der DDR sind Gegenstand teils heftiger Kontroversen geblieben; wissenschaftlicher ebenso wie politischer oder auch im persönlichen Austausch über Lebenswege. Mohring, der als Abiturient und aktives Mitglied des Neuen Forums in seiner Heimatstadt Apolda aktiv an der Friedlichen Revolution 1989/90 mitgewirkt hat, wollte mit der Einsetzung der Kommission auch ein Zeichen gegenüber der LINKEN setzen. Sie wird nicht müde, auf die Geschichte der CDU als Blockpartei zu verweisen. Darüber vergesse sie meistens, dass die SED, aus der sie hervorgegangen ist, in der DDR ein Machtmonopol beanspruchte und es mit harter Hand auch durchsetzte.

Der Unabhängigen Kommission gehörten namhafte Wissenschaftler aus den einschlägigen Forschungseinrichtungen an. Stellvertretender Vorsitzender der Kommission war der Historiker Prof. Dr. Hermann Wentker, Leiter der Berliner Abteilung des Instituts für Zeitgeschichte. Mohring dankte den Mitgliedern der Kommission und Dr. Bertram Triebel für die Arbeit.

Bibliographische Angaben:

Triebel, Bertram: Die Thüringer CDU in der SBZ/DDR. Blockpartei mit Eigeninteresse. Herausgegeben im Auftrag der Unabhängigen Historischen Kommission zur Geschichte der CDU in Thüringen und in den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl von 1945 bis 1990 von Jörg Ganzenmüller und Hermann Wentker, 220 Seiten, St. Augustin 2019.

Das Buch kann über die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. bezogen werden.

Den Bericht der Unabhängigen Historischen Kommission finden Sie hier:
https://www.cdu-thueringen.de/aktuelles/2018/mitglieder-waren-teil-einer-systemtragenden-partei-und-signalisierten-zugleich-eine-gewisse-distanz-zur-sed